Oberchef
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[Anmerkung der Redaktion: dubisthalle hat das Problem auch schon (deutlich vor uns) aufgegriffen.] [Anmerkung 2 der Redaktion: imBaustellenkalenderist nichts davon angemerkt, vermutlich ist der nur für "Echte" Verkehrsmittel gedacht. Wir wissen nicht, ob das für zwei Tage, zwei Monate oder zwei Jahre so ist!]

[ MZ-Artikel vom 07.12.2017]

Heute bin ich den wichtigsten Fahrradwege vom Steintor zum Bahnhof entlang der Magdeburger Straße gefahren. Was ich dort wahrnehmen musste, hat mir wirklich den Glauben an eine fahrradfreundliche Politik in der Stadt Halle genommen. Bekanntlich wird am Riebeckplatz nach dem Abriss der großen Neubauten aus DDR-Zeiten jetzt für eine längere Zeit ein neues Ensemble von Gebäuden errichtet. Wie überall in Halle bringen solche Baustellen natürlich Einschränkungen mit sich. In diesem Fall werden diese Einschränkungen allerdings in einer Weise auf den Fahrradverkehr abgewälzt, wie ich es mir wirklich nicht hätte vorstellen können. Weil man offenbar einen direkten Zugang für Baufahrzeuge und Zulieferer zu Baustelle wünscht, wurde kurzerhand der gesamte Fahrradweg von der Magdeburger Straße in Richtung Riebeckplatz gesperrt. Die Fahrräder und Fußgänger können zwar oben an der Magdeburger Straße wieder auf die Baustraße wechseln, weil die fehlende Absperrung dies ermöglicht, unten stehen sie dann allerdings vor einem Bauzaun, der ihnen jeden offiziellen Weg versperrt.

Fahrradfahrer wechselt über Straßenbahnspur zum ehemaligen Fahrradweg

Hier bleibt nur übrig, auf die Spur der Straßenbahn zu wechseln, was bei geichzeitiger Ankunft der Bahn nicht ungefährlich ist. Genau dies machen aber die vielen Fußgänger und Fahrradfahrer, weil niemand den langen Umweg über die Röserstraße nehmen möchte. Wahrscheinlich verstehen die meisten Verkehrsteilnehmerinnen dies - wie ich auch - nicht beim ersten Gebrauch dieser Route. Wirkllich ausgewiesen ist die natürlich auch nicht. Für Fußgänger ist der Umweg überdies nicht unerheblich. Als ich ein Foto machte, kamen laufend Fahrräder und Fußgänger an. Manche strandeten am Bauzaun, weil sie wie ich von der Magdeburger Straße kamen. Manche umgingen den Bauzaun vom Riebeckplatz kommend bereits gezielt, weil sie die Situation offensichtlich schon kannten. Das Schlimme an dieser Situation: man sperrt hier eine Haupttrasse des hallischen Radverkehrs für die nächsten ein bis zwei Jahre einfach ab, weil Baufahrzeuge die Vorfahrt erhalten. Dabei könnten dort sicherlich auch beide verkehren. Die Baufahrzeuge könnten zwar auch über die offiziellen Straßen Dorothenstraße / Anhalter Straße fahren, aber das ist offensichtlich nicht so komfortabel oder man will die Baufahrzeuge einfach an dieser Stelle nicht in den Straßenverkehr einordnen. In diesen Straßen gibt es eigentlich kaum Verkehr, eher nur ruhenden Straßenverkehr. Fragt sich also was hier eigentlich Entscheidungsgrundlage ist. Ich war nur kurz an dieser Stelle, konnte aber eine intensive Nutzung durch Fahrradfahrer und Fußgänger wahrnehmen. Baufahrzeuge habe ich allerdings in dieser Zeit nicht gesehen. Stattdessen wird einfach die Lebensader des Fahrradverkehrs für die nächsten ein bis zwei Jahre gesperrt. Ist ja nicht so wichtig, oder? Der Umgang mit Baustellen in der Stadt Halle ist wirklich mehr als bedauerlich. Hier sollte die Stadtverwaltung wirklich noch einmal nachdenken, ob das so sein sollte. /Tretkurbelist!

NI05: Steintor Berliner

Weg von der Berliner zur Gudrun-Gösecke-Straße

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Das neu gebaute Steintor, großer Quell der Freude. Bei einer gemeinsamen Begehung des Steintors haben die Radfahrer mal bei der Stadt nach einer Beschilderung des neuen Großprojektes gefragt. Immerhin sind 21 Millionen verbaut worden, da sollte doch ein kleines bisschen Blech mit Buchstaben und Pfeilen drauf abfallen.

Die Leute von der Stadt hätten sich am liebsten vor Lachen auf dem Boden gekugelt, aber da es Zeugen gab, haben sie sich das Lachen verkniffen bis sie blau anliefen und auf "größere Konzepte" und "vor zehn Jahren schon mal" verwiesen. Radfahrer wissen, wo es lang geht (Studenten und Zuzug wird ignoriert) oder lernen es schnell. Außerdem gibt es ja die Straßenschilder für die Autos.

Nähert man sich dem Steintor von der Berliner Straße, findet man obigen großen Straßenwegweiser mit drei Varianten vor: Zentrum, Reileck und Merseburg.

Doch dann kommt die harte Realität: Zwei verschiedene schöne Fahrradstreifen, extra ein paar Zentimeter vorher mit Tempo 30 abgesichert. Dieser da: Bildbeschreibung

Und dieser da: Bildbeschreibung

Wenn man zur LuWu möchte, ist der schlaue Hallenser ja schon auf "Reileck" vorbereitet, also nimmt man logischerweise den Streifen "geradeaus".

Auch die Ampel schreckt keine halleschen Radfahrerin, denn die hat schon längst per Evolution einen 3m langen Arm entwickelt und drückt tapfer den Drücker. Bildbeschreibung

Das führt einen dann in artistischer schwungvoller Weise um die Mauer herum und auf einen "gemeinsamen Geh- und Radweg" mitten im Zentrum, für den sich manche Vorstadt schämen würde. Bildbeschreibung

Und dann, ich habe für diese Fotoserie extra auf freies Feld gewartet, kommt man durch diese Schmalstelle durch. Bildbeschreibung

Normalerweise ist dieser gigantische Durchgang von 2m schon mit wenigen Fußgängern voll.

Erzählt man das einem zuständigen Beamten der Stadt, dann erfährt man, dass durch diese Gudrun-Gösecke-Straße ja eigentlich niemand durch soll, der Hauptweg zur LuWu ist nämlich der Linke Fahrstreifen. So was muss man eben einfach wissen. Dort kommt man schnell und sicher ans Ziel.

Hier mal, wie schon ein paar wartende Fußgänger und Radfahrer den Durchgang blockieren: Bildbeschreibung

Aber mit der richtigen Ausstattung reichen schon zwei Personen, wobei ich an der Stelle nicht den Mut hätte, mich zwischen Ampel und Fahrbahn zu stellen, sondern weiter hinten stehen würde. Bildbeschreibung

EinRadler
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Aus der Großen Steinstraße kommend erwartet das Steintor den Radfahrer (nach einem Engpass) mit einem Schutzstreifen. Dieser schützt vielleicht irgendwas, aber auf keinen Fall die Radfahrer, sondern gefährdet ganz massiv die korrekt geradeaus Fahrenden und leitet den Kraftfahrverkehr geradezu in den Radfahrer. Fazit: Böse Falle!

NI07: Steintor Engpass 2

Engstelle und künstlerische Sprungstelle in einem

EinRadler
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Fährt man die Große Steinstraße hinauf Richtung Steintor, dann verengt sich auch hier die Straße langsam aber deutlich, bis vor der Kreuzung mit dem Franzosenweg die engste Stelle kommt. Danach verbreitert sich plötzlich im fast rechten Winkel zur Fahrtrichtung die Fahrbahn und ein Fahrradschutzstreifen beginnt direkt aus dem Fußweg. Auch wenn nach der Sanierung der Großen Steinstraße ein Schutzstreifen angelegt werden soll, ist dieser Zustand ja lange Zeit (viele Monate) ein Problem.

Kritikpunkt 1: Fahrbahnverengung ohne jede Markierung und Einfädelung

Kritikpunkt 2: Keine Einfädelung auf den Schutzstreifen

NI06: Steintor Engpass 1

Unfallgefahr durch unmarkierte langsame Fahrbahnverengung mit Gleisbereich

EinRadler
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Ausgang zur Großen Steinstraße

Zur Einordnung: von dort hinten links kommt man als Radfahrer: Von dort kommt man

Anfangs wird man noch durch einen Fahrradschutzstreifen auf die Fahrbahn geführt. Von links stoßen die KFZ auf die Straße, der Schutzstreifen ist zu begrüßen. Danach folgt der normale Mischbetrieb.

NI08: Steintor Kanten

Kantenabsenkung an der Radwegefurt gefordert, Radwegefurt kreativ über den Platz verschlängelt.

EinRadler
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Kantenabsenkung am Steintor

Am Steintor gibt es Platz für die Radfahrer. Das klingt banal und selbstverständlich, ist aber ein deutlicher Fortschritt gegenüber anderen in den letzten 20 Jahren sanierten Plätzen (siehe Franckeplatz).

Die Planung und Bauoberaufsicht lag bei der HAVAG, vereinfacht gesagt dem Straßenbahnunternehmen von Halle. In einem größeren Bereich gibt es Fußwege, Radwege und das Gleisbett mit den Schienen. Die Radwege sind durch kleine Kanten vom Gleisbett abgesetzt.

Jetzt die Erklärung zum Bild: rot ist der Bereich mit Kante, grün ist der Bereich ohne Kante. Logischerweise die Frage: was soll das?

Vorgabe der Stadt an die Bauleitung waren Nullabsenkungen der Bordkanten an den Stellen, wo Radfahrer zwischen Radweg und Gleisbett wechseln.