Tretkurbelist
Cover Image

Station 6: Kurz vor dem Ziel bis zum Riebeckplatz

Der Fahrradweg in Richtung Bahnhof biegt am Leipziger Turm nicht, wie man vermuten könnte, nach rechts ab. Dort gibt es keinen ausgewiesenen Fahrradweg. Nein, er führt auf den oberen Boulevard, obwohl man den zu vernünftigen Tageszeiten gar nicht befahren darf. Dabei wäre an dieser Stelle durchaus zu überlegen, ob diese Passage nicht für Fahrradfahrer frei gegeben wird. Der Fussgängerverkehr hält sich auf dem oberen Boulevard in Grenzen.

Fahrradweg in Richtung Boulevard

Dennoch gibt es auch einen Fahrradweg: Nur wer ganz genau hinschaut, bemerkt, wie der Radstreifen hier wieder einmal die Seite wechselt. Auf der linken Seite der Straße führt der Weg hinauf zur Straße „Am Leipziger Turm“. Damit ein zweispuriger, wechselseitiger Fahrradverkehr an dieser Stelle überhaupt ermöglicht werden konnte, wurde der Gehweg ziemlich knapp bemessen.

Schmaler Fußweg

Dies führt häufiger zu Konflikten um die Raumnutzung, vor allem weil Fahrradfahrer von oben mit einem ziemlichen Tempo den Hügel herab fahren und hier ziemlich viele Fußgänger unterwegs sind.

Auto auf dem Fahrradweg

Erschwert werden solche Konflikte nicht nur einmal mehr durch falsch parkende Fahrzeuge, sondern auch durch zusätzliche Absperrungen.

Schmaler Fußweg

Die dümpeln auf dem Fußweg umher, obwohl sie da eigentlich nicht hingehören. So steht die Absperrung zur großen Freitreppe schon seit etlicher Zeit auf den Fußweg herum. Fußgänger wechseln daher auf den Radweg. Platz für eine andere Lösung wäre nun wirklich vorhanden.

Schließlich biegt der Fahrradweg in die Franckestraße ein. Hier konnte ich noch Zeuge eines Beinahe-Unfalls werden. Aus Richtung Magistrale fuhr eine Fahrradfahrerin in Richtung Leipziger Turm, während ein Auto rechts zum Spielkasino abbiegen wollte. Mit beherztem Ausweichen konnte die Fahrradfahrerin glücklicherweise rasch reagieren. Da war ich mit dem Fotografieren allerdings nicht schnell genug. / Tretkurbelist

Fast-Unfallstelle
Oberchef
Cover Image
Station 1   Station 2   Station 3   Station 4  

Station 4: Freie Fahrt bis zum Francke Platz?

Ist der Glauchaer Platz überwunden, kann es eigentlich losgehen mit dem schnelleren Fahren, denn nun hat der Fahrradfahrer tatsächlich mal für ca. 500 Meter einen Weg ganz für sich allein! Jedenfalls wenn nicht gerade ein Gruppe Fußgänger darüber schlendert. Allerdings lässt meine Freude gleich wieder nach, denn heute hat sich ein Bautrupp so auf dem Fahrradweg breit gemacht, dass keinerlei Durchkommen möglich ist. Zwar stehen zwei Verkehrskegel auf dem Weg. Wo ich als Radfahrer aber bleiben soll, darüber macht sich von den Arbeitern niemand Gedanken. Man hätte sich auch auf dem Parkplatz daneben Platz reservieren können, aber vermutlich geht es schneller und einfacher, den Fahrradweg zu blockieren. Das erlebe ich an dieser Stelle nicht zum ersten Mal.

Blockierter Fahrradweg

Auf den letzten Metern vollführt der Fahrradweg kurz vor der Haltestelle (Linie 4, 9) Francke Platz einen kleinen Zaubertrick!

Noch ein Fahrradweg

Was eben noch ein Weg ausschließlich für Fahrradfahrer war, wird ganz urplötzlich ein Fußgänger, der immerhin noch für Fahrradfahrer frei gegeben wurde.

Jetzt ein Fußweg

Hintergrund ist der Zugang zur Haltestelle, die in der Woche zeitweise stark frequentiert ist. Hier sind mir schon öfters Wartende vor das Fahrrad gesprungen. Heute am Wochenende ist allerdings kaum ein Passant zu sehen. / Tretkurbelist

Oberchef
Cover Image

[Anmerkung der Redaktion: dubisthalle hat das Problem auch schon (deutlich vor uns) aufgegriffen.] [Anmerkung 2 der Redaktion: imBaustellenkalenderist nichts davon angemerkt, vermutlich ist der nur für "Echte" Verkehrsmittel gedacht. Wir wissen nicht, ob das für zwei Tage, zwei Monate oder zwei Jahre so ist!]

[ MZ-Artikel vom 07.12.2017]

Heute bin ich den wichtigsten Fahrradwege vom Steintor zum Bahnhof entlang der Magdeburger Straße gefahren. Was ich dort wahrnehmen musste, hat mir wirklich den Glauben an eine fahrradfreundliche Politik in der Stadt Halle genommen. Bekanntlich wird am Riebeckplatz nach dem Abriss der großen Neubauten aus DDR-Zeiten jetzt für eine längere Zeit ein neues Ensemble von Gebäuden errichtet. Wie überall in Halle bringen solche Baustellen natürlich Einschränkungen mit sich. In diesem Fall werden diese Einschränkungen allerdings in einer Weise auf den Fahrradverkehr abgewälzt, wie ich es mir wirklich nicht hätte vorstellen können. Weil man offenbar einen direkten Zugang für Baufahrzeuge und Zulieferer zu Baustelle wünscht, wurde kurzerhand der gesamte Fahrradweg von der Magdeburger Straße in Richtung Riebeckplatz gesperrt. Die Fahrräder und Fußgänger können zwar oben an der Magdeburger Straße wieder auf die Baustraße wechseln, weil die fehlende Absperrung dies ermöglicht, unten stehen sie dann allerdings vor einem Bauzaun, der ihnen jeden offiziellen Weg versperrt.

Fahrradfahrer wechselt über Straßenbahnspur zum ehemaligen Fahrradweg

Hier bleibt nur übrig, auf die Spur der Straßenbahn zu wechseln, was bei geichzeitiger Ankunft der Bahn nicht ungefährlich ist. Genau dies machen aber die vielen Fußgänger und Fahrradfahrer, weil niemand den langen Umweg über die Röserstraße nehmen möchte. Wahrscheinlich verstehen die meisten Verkehrsteilnehmerinnen dies - wie ich auch - nicht beim ersten Gebrauch dieser Route. Wirkllich ausgewiesen ist die natürlich auch nicht. Für Fußgänger ist der Umweg überdies nicht unerheblich. Als ich ein Foto machte, kamen laufend Fahrräder und Fußgänger an. Manche strandeten am Bauzaun, weil sie wie ich von der Magdeburger Straße kamen. Manche umgingen den Bauzaun vom Riebeckplatz kommend bereits gezielt, weil sie die Situation offensichtlich schon kannten. Das Schlimme an dieser Situation: man sperrt hier eine Haupttrasse des hallischen Radverkehrs für die nächsten ein bis zwei Jahre einfach ab, weil Baufahrzeuge die Vorfahrt erhalten. Dabei könnten dort sicherlich auch beide verkehren. Die Baufahrzeuge könnten zwar auch über die offiziellen Straßen Dorothenstraße / Anhalter Straße fahren, aber das ist offensichtlich nicht so komfortabel oder man will die Baufahrzeuge einfach an dieser Stelle nicht in den Straßenverkehr einordnen. In diesen Straßen gibt es eigentlich kaum Verkehr, eher nur ruhenden Straßenverkehr. Fragt sich also was hier eigentlich Entscheidungsgrundlage ist. Ich war nur kurz an dieser Stelle, konnte aber eine intensive Nutzung durch Fahrradfahrer und Fußgänger wahrnehmen. Baufahrzeuge habe ich allerdings in dieser Zeit nicht gesehen. Stattdessen wird einfach die Lebensader des Fahrradverkehrs für die nächsten ein bis zwei Jahre gesperrt. Ist ja nicht so wichtig, oder? Der Umgang mit Baustellen in der Stadt Halle ist wirklich mehr als bedauerlich. Hier sollte die Stadtverwaltung wirklich noch einmal nachdenken, ob das so sein sollte. /Tretkurbelist!

Tretkurbelist
Hafenstraße mit parkenden Autos Gehweg

In der letzten Zeit gab es in Halle offenbar gleich mehrere gewaltsame Taten gegen falsch parkende Fahrzeuge. So stach ein Mann in der Hafenstraße die Reifen von drei Autos kaputt. Er rächte sich offenbar für das Zuparken von Straße und Fußweg. Weil durch den gegenwärtigen Straßenneubau keinerlei Parkmöglichkeiten vorhanden sind, parken die Autos im mehrfach ausgewiesenen Park- und Halteverbot. Einige parken voll auf der Straße und andere voll auf dem Gehweg. Durch diese wilde Aufstellung kann man weder per Auto noch als Fußgänger und schon gar nicht als Fahrradfahrer ohne Behinderung am Verkehr teilnehmen. Zwei Tage lang hielt der Schock bei den Parkenden an, jetzt füllt sich die nicht gestattete Fläche allmählich wieder mit Autos.

Wir möchten uns mit diesem Artikel ganz deutlich von solchen Vorkommnissen distanzieren. Die Beschädigung von Eigentum anderer ist Tabu. Einerseits sollte gerade in einer solchen Extremsituation gegenseitiges Verständnis möglich sein, andererseits sind solche Gewaltakte zu verurteilen.

Hafenstraße mit parkenden Autos Straße

Das Beispiel zeigt aber überdeutlich: Wo der Staat sein Machtmonopol nicht mehr ausfüllt und sich zurückzieht, entstehen neue Formen der Regulierung oder Selbstjustiz. Denn nur weil Staat und Stadt die Augen vor den Problemen verschließen, verschwinden die Konflikte leider nicht einfach. Der breite Personalabbau im öffentlichen Dienst und die Veränderung von Zuständigkeiten bei der Polizei schafft ein Vakuum bei der Herstellung öffentlicher Ordnung. Politiker reden heute viel und gern über mehr innere Sicherheit. Dabei haben Sie Terrorismus und ähnliche fürchterliche Dinge im Sinn. Jede einzelne Tat ist schrecklich und für die Betroffenen Quelle unendlichen Leids. Ich persönlich fürchte mich aber trotzdem nicht wirklich vor einem terroristischen Anschlag. Dafür erlebe ich allerdings fast wöchentlich Situationen im hallischen Stadtverkehr, die mein Leben ganz real gefährden. Dabei bin ich sicherlich ein sehr vorsichtiger Radfahrer. 3.206 Verkehrsteilnehmer starben im vergangenen Jahr 2016. Zwischen Januar und September 2017 ereigneten sich 1,9 Mio. Verkehrsunfälle in Deutschland. Das Risiko eines terroristischen Anschlags ist dagegen fast marginal.

Bei einer Razzia gegen 16 Islamisten waren im Februar 2017 in Hessen bspw. 1.100 Polizeibeamte unterwegs: Also fast 69 Beamte auf einen Verdächtigen. Zu Verkehrsunfällen, Fahrraddiebstahl oder Hauseinbruch kommt die Polizei heute nicht mal mehr unbedingt zum Ort des Geschehens. Das sind Bagatellfälle, welche doch eigentlich nur die Versicherungen interessieren, hört man oft. Falschparken und verkehrswidriges Verhalten ist etwas, was da schon gar nicht mehr auf dem Plan steht. Solche Dinge kann die Polizei aufgrund der beschriebenen Umstände nicht mehr managen oder fühlt sich im Fall des ruhenden Verkehrs auch gar nicht mehr dafür verantwortlich. Damit entsteht im Straßenverkehr ein Raum, in dem immer mehr Wildwuchs gedeiht. Jeder verhält sich so, wie er das für richtig hält. Regeln existieren oft nur noch auf dem Papier. Wo die Verständigung zwischen VerkehrsteilnehmerInnen nicht möglich ist, fängt die gewaltsame Auseinandersetzung an. Es ist höchste Zeit, dass der Staat an dieser Stelle wieder sein Gewaltmonopol ernst nimmt und wir nicht in die Zeiten des Wilden Westens zurückkehren! /Tretkurbelist

EinRadler
Cover Image

Danke an #geoObserver! Meldung vom 8.11.2017.

Immer wieder werden Schilder von den zuständigen Firmen auf dem Radweg platziert [Anmerkung: das muss nicht die aufstellende Firma sein, hier war es vermutlich beim Wechsel des Containers] . Auch wenn das nur ein paar Tage ist, behindert und gefährdet das in dieser Zeit den Verkehr. Nie kommen die Bauarbeiter [oder anderen Ausführenden] auf die Idee, das mitten auf die Fahrbahn zu stellen. Aber beim Radweg sind alle Varianten zu haben. Schild in Kopfhöhe, Schild mitten im Radweg/Fahrradstreifen und so weiter.

EinRadler
Bauarbeiten

Die Hafenstraße bekommt wie momentan so viele wassernahe Straßen und Brücken in Halle eine tiefschürfende Grunderneuerung. Das ist mehr als erfreulich, war doch der alte Belag fast nicht mehr vorhanden oder existierte gerade bei der Einfahrt in die Hafenstraße durch die alten Gleise der Hafenbahn ein besonderes Hindernis. Nun macht es die Hochwasserhilfe möglich und alles wird ganz neu! Neue Versorgungsleitungen, neue Stromversorgung, neue Gehwege und neue Parkplätze! Naja, mit der Einrichtung eines neuen Radweges hat es wie immer in Halle leider auch hier nicht geklappt. Platz wäre schon dagewesen, nur fehlte vermutlich schon die Idee dazu. Schließlich gab es auch zuvor an dieser Stelle keinen Radweg. Dass hier zukünftig durch die intensive Bebauung auf der Saline mehrere Hundert Menschen mehr leben (werden) und der Autoverkehr in dieser Straße bereits in den zwei letzten Jahren erheblich zugenommen hat, naja, das ist natürlich auch nicht vorauszuplanen. Immerhin gibt es in der Nähe ja auch schon den Hafenbahnweg, der allerdings eher weg vom Stadtzentrum führt.

Durch Bauarbeiten gesperrter Fuß- und Radweg

Hier soll es auch gar nicht so sehr um den nichteingerichteten Fahrradweg, sondern um den Umgang mit der aktuellen Baustelle gehen. Seit Wochen ist das hintere Ende der Straße nach langen Monaten des Bauens endlich fertig gestellt. Die Autos können auf diesem Abschnitt alle wieder frei und ungehindert fahren, sieht man von einigen funktionslos herumdümpelnden Umleitungsschildern ab, die ins Nirwana führen. Was aber noch verschlossen bleibt, ist der Fußgängerweg, der auch für den Fahrradverkehr freigegeben wurde. Vermutlich weil für den Anschluss zwischen Hafenstraße und dem Fußgängerweg "Am Sophienhafen" keine Absprachen zwischen Baufirma und Stadt existieren (oder woran immer es auch mangelt), bleibt der Fußgängerweg gesperrt.

Eingang von der Hafenstraße zum Sophienhafen

Auf dem Bild sieht man die Ursache schön, es ist ein ca. 30 cm verbleibender Streifen, der (hoffentlich zeitweise) mit rotem Splitt gefüllt wurde. Zum Darüberfahren und -schreiten ist das zwar nicht schön, würde bei einer Öffnung aber wenigstens den Durchgang ermöglichen. Vermutlich ist das nicht ganz verkehrsgerecht und ich vermute mal, auch versicherungstechnisch schwierig. Was macht man also als Stadt, um mit dem Problem fertig zu werden? Zack, einfach einen Zaun davor, den Weg absperren und schon ist das Problem gelöst. Fahrradfahrer und Fußgänger können sich ja andere Wege suchen. Hoffen wir mal, diese Stelle wird am Ende der Bautätigkeit im Dezember nicht ganz vergessen! Noch schöner wäre es aber, sich des Problems jetzt anzunehmen.

/Tretkurbelist