Straßenverkehr in Halle/Saale

RadwegFußweg Schatten

Die Radwegeregelungen in Halle folgen weitestgehend dem Ideal der 1960er Jahre: für einen flüssigen Autoverkehr sollen Radfahrer möglichst weit aus dem Straßenraum entfernt werden. Gleichzeitig fehlen der Stadt aber die Mittel, um Radwege einzurichten, zu erhalten und von Falschparkern freizuhalten oder sie im Winter von Schnee zu beräumen.

1997 nahm die Bundesregierung ein paar grundlegende Änderungen an der Straßenverkehrsordnung vor, die allgemein als die "Radfahrernovelle" bekannt sind. Die Rechte für Radfahrer wurden gestärkt.

Eine der Neuerungen: Der Gesetzgeber setzt den wahlfrei benutzbaren Radweg als Normalfall und eine Benutzungspflicht als Sonderfall an, ein vorhandener Radweg ist nicht automatisch benutzungspflichtig. Das Anordnen einer Benutzungspflicht (blaue Radweg-Schilder) ist an bestimmte Bedingungen geknüpft.

Teile der Radverkehrsnovelle wurden in Halle umgesetzt, es gibt z.B. viele freigegebene Einbahnstraßen und einige wenige Fahrradstraßen.

Die Radwegfreigabe des Gesetzgebers wurde mit einer fast vollständigen Anordnung der Benutzungspflicht beantwortet, selbst krasse Fälle (Bernburger Straße stadteinwärts) wurden über Jahre hinweg erbittert und mit großem Einsatz gegen alle Versuche einer regelgerechten Lösung verteidigt. Reilstrasse

Halle hat theoretisch gute Voraussetzungen für den Radverkehr. Kurze Strecken, geringe Höhenunterschiede, viel Grün. Der KFZ-Verkehr stößt andererseits an Grenzen, viele Straßen sind relativ schmal, und es mangelt an Platz für Stellflächen. Der Radverkehrsanteil ist dennoch mit ca. 11% gering.

Diese Seite soll dokumentieren, verdeutlichen und anprangern, welche Stellen besonders problematisch für den Radverkehr sind, und wie Radverkehr in Halle gefährlich oder unattraktiv gemacht wird.

Seit vielen Jahren gibt es einen Dialog zwischen Radfahrern und Verwaltung am Runden Tisch Radverkehr. Mehrfach wird die Meinung vertreten, dass der Zustand ohne diesen Dialog und ohne frühe Mitsprachen bei Bauplanungen noch schlimmer wäre. Auch Beispiele für diesen fruchtbaren Dialog sollen hier einfließen.

Die Reaktion der Verwaltung auf das Aufzeigen von Problemen, der Umgang mit Verbesserungsvorschlägen und Änderungsanträgen, die zeitliche Entwicklung soll dokumentiert werden.

Wenn über Regelungen gar keine Einigkeit erzielt werden kann und die Forderungen zweier Streitparteien dauerhaft und grundlegend auseinander gehen, greift glücklicherweise der Rechtsstaat und man kann von berufener Stelle (oder auch noch berufenerer Stelle) ein Urteil erwirken.